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Juni 25 - Verlassene Orte

Das Porzellanwerk Annaburg blickt auf eine 140jährige Geschichte zurück. Nach der Gründung im Jahre 1874 wurden viele Maschinen in der ersten Zeit noch mit Ochsenkraft betrieben, jedoch erfolgten in den weiteren Jahren ständig Modernisierungen. Das Geschäft florierte, die Fabrik überstand mehrere Wirtschaftskrisen und wuchs weiter. Bis zu 500 Arbeiter waren hier angestellt - doch nach der Wende wurde auch für die Porzellanfabrik die Lage immer schwieriger. Im Jahr 2015 musste aufgrund steigender Kosten und sinkender Nachfrage Insolvenz angemeldet werden und die Fabrik schloss ihre Tore endgültig. 

 

Jetzt gibt es wieder Pläne für den Standort durch einen neuen privaten Investor: neben der Nutzung der Dachflächen als Solarkraftwerk sollen die Fabrikhallen in Zukunft als Wohn-, Kultur- und Sportflächen ausgebaut werden. Doch bis dahin ist noch wahnsinnig viel zu tun, denn viele der Räume sind bis obenhin voll mit Porzellan, Maschinen, Büroausstattungen und in den Laboren stehen z. T. gefüllte Reagenzgläser, als wäre der Ort gerade erst verlassen worden.

 

Der Anbieter für diese Touren bereitet immer alles sehr gut vor: es gibt Pläne, Tipps für Ausrüstung und die besten Motive und im Vorfeld eine gute Erklärung zu den Gebäuden und deren Geschichte. Es wird zur Begehbarkeit der Räume belehrt und immer ist jemand in Reichweite, der auch am Ende der Tour hinter uns "das Licht ausknippst".

 

Also gehen wir, Sandra, ihr Mann und ich, wie immer, routiniert, strukturiert und organisiert vor. Nur um dann, wie immer, nach der ersten großen Halle festzustellen, dass man sich wieder einmal in der Zeit verplant, wenn man nicht gut aufpasst. Denn es folgen noch weitere Hallen, Büros, Labore, Maschinenräume, noch mehr Hallen und Büros, Sanitärtrakte, das riesige Dachgeschoss und dann noch einmal Hallen und noch einmal Büros. Und zwischendurch muss man ja auch mal kurze Pausen einlegen, um nicht irgendwo zwischen den Regalen umzukippen, weil man vergessen hat, etwas zu trinken. 

 

Dieser Beitrag ist mein bisher umfassendster. Ich habe früher schon viel Foto-Material nach Hause geschleppt nach z. T. längeren Fototouren, aber hier fiel es mir unglaublich schwer, die besten Bilder herauszufischen, denn wie bereits erwähnt: nach einer Halle kam die nächste und dann die Büros, Labore, Maschinenräume, ... egal... ich wiederhole mich... seht selbst:

 

 

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Martina Fröhnert Fotografie  -  froehnert-fotografie@email.de

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